Willkommen in Berlin-Buch
0 30/6 92 02 10 52 ← Zurückgehen

Neuer Schwung mit neuem Bürgermeister: Berlin-Buch in aller Munde!

Bürgermeister
Sören Benn

Wohnungen, Galerie und Autobahn

Stand: März 2017

Neue Perspektiven für Berlin-Buch? Viele Bürger sind verunsichert, wie es im früher durch die Krankenhauslandschaft geprägten nördlichen Ortsteil weiter­gehen soll.

Mit dem jugendlich wirkenden neuen Pankower Bezirks­bürgermeister Sören Benn verbinden sich deshalb hohe Erwartungen. Dass er Sinn für frischen Wind hat, zeigt der Blick zurück: Der heutige Linken-Politiker ist am 8.8.1968 in Kyritz geboren, aber in Neustadt/Dosse aufgewachsen. Er stand in der DDR in strikter Opposition zu Ideologie und Staatsmacht. Statt­dessen engagierte er sich in der Umwelt- und Kirchenbewegung. Die Wende sieht er als „kurze Zeit der friedlichen Anarchie, der die große Frustration über die Einhegung der vielen Ideen folgte“. Gerne hätte er vor 1989 Sozialwissenschaften studiert, doch das hätte eine Trennung von der Kirche bedeutet. Daher entschied er sich zum Baufach­arbeiter mit Abitur. „Ich hoffte, in dem technischen Fach in Ruhe gelassen zu werden und vor all dem ideologischen Schwachsinn in der DDR verschont zu bleiben.“ Nach der Wende wurde er Sozial­arbeiter und ließ sich „nebenher“ zum Schauspieler ausbilden. Er hatte Engagements am Theater in der Stadt Brandenburg, betreute andererseits als Sozialarbeiter Schulverweigerer. Er war verheiratet, hat drei Kinder, ist mittlerweile geschieden. In die Politik gekommen ist er 2000 aus Empörung über den Kosovokrieg und dann insbesondere aufgrund der Einführung von Hartz IV.

Viele Bürger in Berlin-Buch sind über die Entwicklung der letzten Jahre enttäuscht. Gibt es neue Hoffnungen?
Sören Benn: „Über keinen der vielen Ortsteile von ganz Pankow wird in der Bezirksverordnetenversammlung so oft gesprochen wie über Buch. Hierher sind erhebliche Mittel aus dem Programm ‚Stadtumbau Ost‘ geflossen. Damit wurden viele Areale aufgewertet, Fahrradwege und Gehsteige hergerichtet und neu angelegt. Ich kann nachvollziehen, dass in der Bucher Binnenwahrnehmung manches einfach zu langsam vorwärtsgeht. Aber wir haben in Berlin nun mal mit Senat und Stadtbezirk eine zweistufige Verwaltung und damit dauert manches etwas länger als im benachbarten Brandenburg. Wir setzen uns für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs ein. Die BVV ist klar für einen Regionalbahnstopp in Buch am S-Bahnhof. Darüber wird mit dem neuen Senat zu sprechen sein. Genauso wichtig ist die Taktverdichtung des ÖPNV.“

Mit dem Ludwig-Hoffmann-Quartier ist ein neues Viertel entstanden. Dennoch ist weiterer Wohnungsbau vorgesehen. Wo sollen diese neuen Häuser entstehen?
Sören Benn: „Für die nächsten Jahre sind an die 2 500 Wohnungen angedacht. Standorte werden beidseitig der Straße Am Sandhaus und zwischen Wolfgang Heinz Straße und Panke, also südlich der Schwimmhalle bis zur A10 sein. Dieses Gebiet ist insbesondere für Bauvorhaben der städtischen Wohnungsbaugesellschaften und für die Wohnungsbaugenossenschaften interessant. Selbstverständlich wird es Bauten in privater Trägerschaft ebenfalls geben. Derzeit werden Machbarkeiten geprüft. Es dauert noch ein bis zwei Jahre, ehe konkrete Planungen vorliegen werden.“

Das bedeutet, dass Natur dem Beton weichen muss?
Sören Benn: „Deshalb wird es Ausgleichsmaßnahmen geben. Dazu ist das leerstehende Regierungskrankenhaus der DDR im Blickpunkt. Ich bin dafür, die alte Bausubstanz soweit zu sichern, dass nichts passiert und dann alles zuwachsen zu lassen. Das ist kostengünstiger als ein Abriss.“

Hält die Infrastruktur in Berlin-Buch einen derartigen Einwohnerzuwachs aus?
Sören Benn: „Dass die Infrastruktur mitwachsen muss, ist unbestritten. Wir sind froh, dass im Ludwig-Hoffmann-Quartier mit den neuen Wohnungen ein zusätzlicher Schul- und Kita-Campus entstanden ist. Bei dem neuen Wohngebiet Am Sandhaus werden die Schul- und Kitakapazitäten ebenfalls erweitert werden. 2016 wurde bereits der dreigeschossige Neubau eines Modularen Schulergänzungsbaus für die Hufeland-Schule eingeweiht.“

Die Erweiterung der Schlosspark-Passage hätte das Herz von Berlin-Buch ebenfalls aufgewertet, ist aber von den Abgeordneten abgelehnt worden. Darin sollten unter anderem Musikschule und Bibliothek unterkommen.
Sören Benn: „Die Erweiterung ist weiter in Planung, geht aber nur in privater Trägerschaft. Mehr Einwohner bedeuten mehr Kaufkraft. Dies macht zusätzliche Geschäfte nötig. Erst wenn klar ist, dass es einen realen Kaufkraftzuwachs durch Neuzuzug gibt, wird ein privater Investor hier Geld in die Hand nehmen. Kommunale Einrichtungen sind dort aber nicht geplant, die sollen im neuen ‚Bildungs- und Integrationszentrum’ untergebracht werden.“

Ein weiteres Zukunftsprojekt war die Brunnengalerie, mit der unter anderem neue Biotec-Firmen Platz finden sollten. Der Campus ist ja mittlerweile gut ausgelastet.
Sören Benn: „Zwischen Karower Chaussee und der Groscurthstraße wurde auf einem Teil des Geländes der zuvor angedachten sogenannten ‚Brunnengalerie’ die Flüchtlingsunterkunft ‚Refugium Buch’ errichtet. Die bleibt noch bis 2019 stehen und wird dann wieder abgebaut. Nördlich davon im Bereich Ecke Karower Chaussee und Wiltbergstraße wird mit öffentlichen Mitteln das ‚Bildungs- und Integrationszentrum’ gebaut. Geldgeber ist der Senat von Berlin. Dazu wird es 2017 und 2018 nochmals einen Architekturwettbewerb geben, obwohl bereits Pläne dazu in der Schublade liegen. Da der Senat das Geld gibt, hat er hier das Sagen. Angedacht ist, dass der Bau 2021 in die Investitionsplanung aufgenommen wird. Darin werden Bibliothek, Musikschule, Volkshochschule und Gläsernes Labor einziehen. Der frühere Investor für die angedachte Brunnengalerie ist mittlerweile abgesprungen.“

Mehr Einwohner machen den Autobahnanschluss noch dringlicher?
Sören Benn: „Dieses Thema wurde vielfach diskutiert. Die Wünsche der Bürger sind sehr unterschiedlich. Klar ist, dass Buch einen Autobahnanschluss braucht und bekommen wird. Dazu gibt es ein klares Ja der Bezirksverordneten. Aber der Anschluss kommt nicht an der A10 bei der Karower Chaussee, wie das manche wünschen. Zwar hat diese Variante subjektiv ihre Berechtigung, aber sie übersieht, dass mit einem Vollautobahn- anschluss massiv neue Verkehrsströme quer durch Buch und Karow angezogen werden. Laut Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung kommt der Vollanschluss an die A114, wo jetzt schon die kleine Anschluss-Stelle ist.“